Mein Kind zahnt – was tun?

Fieber kann ein Anzeichen sein!

Eigentlich war meine Tochter bisher ein Sonnenschein. Immer gut gelaunt und fröhlich. Doch plötzlich war sie wie ausgetauscht. Quengelte, wachte nachts ständig auf, war unruhiger als sonst. Ein bisschen erhöhte Temperatur – da macht sich wohl eine Erkältung auf den Weg, dachte ich. Zwei Tage später war ich schlauer: Da blitzten mich zwei kleine weiße Punkte im Unterkiefer an. Meine Babymaus hatte ihre ersten beiden Zähne bekommen. Mit sechs Monaten.

Wann bekommt ein Baby Zähne?

Damit liegt meine Tochter ziemlich genau im Durchschnitt: Denn die meisten Babys bekommen ihre ersten Zähne um den sechsten Lebensmonat herum. Doch es ist auch nicht ungewöhnlich, wenn Babys schon mit drei oder vier Monaten zahnen – oder auch erst um den ersten Geburtstag herum, so wie meine beiden Jungs, die ihren ersten Zahn erst mit elf Monaten bekamen. Jedes Kind ist anders und es ist kein Grund zur Sorge, wenn das erste Zähnchen bis zum ersten Geburtstag auf sich warten lässt. Die Milchzähne werden übrigens bereits während der Schwangerschaft angelegt. 20 an der Zahl. Bis zum Durchbruch sind diese Zähne jedoch noch im Kiefer versteckt.

Die 20 Milchzähne kommen meistens nach einem festen Schema: Zuerst brechen die beiden mittleren Schneidezähne im Unterkiefer durch. Danach erscheinen meistens die beiden oberen Frontschneidezähne, danach die äußeren Schneidezähne. Typischerweise geht es nach den ersten beiden unteren Zähnchen im Monatsrhythmus weiter und bis zum ersten Geburtstag hat das Baby alle acht Schneidezähne. Das ist bei den meisten Babys so, aber nicht bei allen – jedes Kind hat schließlich sein eigenes Tempo!

Mit den ersten Zähnen ist es nicht getan: Das Zahnen begleitet Eltern und Babys durch das gesamte Kleinkindalter. Das Milchgebiss ist nämlich erst mit zweieinhalb bis drei Jahren komplett. Ganz zum Schluss kommen die hinteren Backenzähne durch und alle 20 Milchzähne sind da.

Was macht mein Baby durch?

Das Zahnen ist ein berühmt-berüchtigter Meilenstein in Babys‘ Entwicklung. Die ersten Zähnchen kündigen sich nämlich meistens an. Leider oft mit schlaflosen Nächten oder anstrengenden Tagen, an denen die Kinder häufiger als sonst getragen werden wollen. Viele Babys sind quengeliger als sonst, kauen auf allem herum, was in ihrer Reichweite ist oder ihnen läuft auffällig viel Speichel aus dem Mund. Das Zahnfleisch kann rot und gespannt sein, was zu einem Druckschmerz führt – den die Babys mit dem Herumkauen instinktiv mindern wollen. Auch rote Bäckchen sind ein Anzeichen fürs Zahnen. Manche Babys reagieren mit leichtem Fieber oder Durchfall auf den Zahndurchbruch – aber der Zusammenhang ist unter Medizinern umstritten. Deshalb sollte man bei länger andauerndem Fieber oder Durchfall immer einen Kinderarzt zum Abklären von Infekten aufsuchen!

Doch nicht allen Babys macht das Zahnen gleich viel aus – und nicht alle Zähne, die durchbrechen, beschäftigen ein Baby gleich stark. Während der eine Zahn lautlos und ohne Beschwerden quasi über Nacht durchbricht, kann der nächste Zahn für einige schlaflose Nächte sorgen. Und während der eine Zahn innerhalb kürzester Zeit aus dem Kiefer wächst, braucht der andere eine Woche, um herauszukommen. Besonders die ersten Schneidezähne und dann später die großen Backenzähne machen am meisten Probleme.

Nicht jedes Baby ist gleich!

Manche Kinder haben nie Probleme beim Zahnen, andere sind bei jedem Zahn eine Woche empfindlicher als sonst. Was dann hilft, um dem Baby die Schmerzen zu erleichtern, sind Dinge, auf denen es herumkauen kann. Zum Beispiel ein Beißring (besonders wenn sie im Kühlschrank gekühlt werden, sorgen sie für eine Schmerzlinderung) oder ein kalter Löffel. Meinen Kindern tat es gut, wenn ich mit meinem Finger das Zahnfleisch etwas massierte. Geht gar nichts mehr und Baby quält sich sehr mit dem Zahnen, gibt es auch ein spezielles Zahnungsgel, das Apotheker empfehlen. Es betäubt die schmerzende Stelle im Kiefer und kann so für ruhigere Nächte sorgen. Man sollte es nur nicht direkt vor dem Stillen auftragen, denn die Betäubung kann sich auch auf die Zunge auswirken und das Stillen erschweren.

Was hilft?

Das beste Mittel gegen Zahnungsbeschwerden ist aber immer noch Ablenkung. Kuscheln, Toben, Bücher angucken, Bauklötze bauen lenken vom Druckschmerz ab. Übrigens: Auch wenn Babys erste Zähnchen da sind, kann natürlich weitergestillt werden! Das Baby schiebt beim Saugen die Zunge über die Kauleiste.

Sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, sollten Eltern naürlich mit dem Zähneputzen beginnen. Das Zähneputzen ist ab dem ersten Zahn nötig, um gar nicht erst Karies entstehen zu lassen. Und außerdem wird das Kind von Anfang an ans Zähneputzen gewöhnt. Am besten sollte man auch gleich eine Zahnpasta benutzen, um den Zahnschmelz widerstandsfähiger zu machen. So starten Babys von Anfang mit gesunden Zähnen ins Leben.

Sind alle Milchzähne durchgekommen, können Eltern und Kinder aufatmen: Die bleibenden Zähne kommen dann übrigens ohne größere Schmerzen und Probleme.

Alles Liebe,
Nathalie

Eine ganz normale Mama! Gestatten? Nathalie Klüver, Mitte 30, zwei Söhne ( 6 und 4), eine Babytochter (5 Monate), ein Mann, freiberufliche Journalistin von Beruf, die in Teilzeit ihre Artikel schreibt und nun auch diesen Mamablog.