Hände auf den Tisch, das richtige Besteck verwenden, bitte und danke sagen: zu den Manieren bei Tisch gehört so einiges. Unser Knigge für die Erziehung zu Tisch umfasst deshalb nicht nur die richtigen Tischmanieren, sondern auch praktische Tipps, mit denen der Nachwuchs schnell lernt.

Erziehung bei Tisch: Bitte und danke sagen

Bitte und danke gehören zum Wortschatz einer jeden gut erzogenen Person. Auch bei Tisch sind die beiden Wörtchen nicht wegzudenken – etwa, wenn die Salatschüssel gefordert wird oder man als Gast eine zweite Portion gereicht bekommt. Um Kindern beizubringen, auch zu Tisch bitte und danke zu sagen, kann es schon genügen, die beiden Wörtchen an Belohnungen zu knüpfen. Wer sich brav bedankt, bekommt zum Beispiel ein zweites Dessert. Auf diese Weise könnt ihr positives Verhalten mit kleinen Belohnungen bestärken.

Es wird erst gegessen, wenn alle am Tisch sitzen

Kinder haben meist einen großen Hunger und beginnen dann sofort mit dem Essen. Prinzipiell sollte aber erst dann begonnen werden, wenn alle Personen am Tisch sitzen. Der Nachwuchs sollte warten, bis sich alle Plätze gefüllt haben. Dann folgt in vielen Haushalten ein kurzes Tischgebet, bevor es ans Essen geht. Das gilt vor allem dann, wenn es fixe Essenszeiten gibt. Wird das Essen erst kurz vorher angekündigt, sollten die Regeln nicht ganz so streng eingefordert werden. Allerdings muss dann auch eine Regel für das Zuspätkommen eingeführt werden.

Erst wenn alle Beteiligten etwas auf dem Teller haben, wird mit dem Essen begonnen. Diese Grundregel sollten alle Kinder einhalten. Bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen bekommt in vielen Haushalten das Geburtstagskind den ersten Bissen. Um diese Regeln umzusetzen, sollte natürlich die ganze Familie zusammen essen. Versucht, mindestens eine Mahlzeit pro Tag gemeinsam zu gestalten.

Zeitgemäß oder nicht? Tipps für den Tisch-Knigge

Nicht alle Tischmanieren sind heute noch sinnvoll. Nicht mehr zeitgemäß: den Teller unbedingt leer essen. Für Kinder ist es manchmal schwierig, ihren Appetit einzuschätzen. Zudem befindet sich der Körper im Wachstum und äußer manchmal stärke, manchmal schwächere Hungergefühle. An Tagen, an denen kein großer Appetit vorhanden ist, solltet ihr den nicht zum Essen nötigen. Sinnvoller ist es, mit dem Kind zu besprechen, warum es sich zu viel aufgeladen hat, damit es seinen Appetit beim nächsten Mal besser einschätzen kann.
Übrigens: wenn sich die Eltern entspannen und die Tischmanieren selbst nicht bierernst nehmen, fällt es auch den Kleinen leichter, sich aufrecht hinzusetzen und über dem Teller zu essen. Deshalb zum Abschluss ein Reim, den Eltern vortragen können, wenn das Kind wieder einmal den Ellenbogen auf dem Tisch hat: „Ellenbogen, Ellenbogen, sei doch nicht so ungezogen!“