Das momentane Lieblingswort meines Sohnes ist „Nein!“ Sätze wie „Räumst du bitte deine Spielsachen hier weg?“ oder „Malst du bitte nur das Blatt Papier an und nicht den Tisch?“ werden grundsätzlich einmal mit „Nein!“ beantwortet. Meistens befolgt er dann eh brav meine Anordnung. Wenn es aber um das Zähneputzen geht, bekomme ich nicht einmal ein Nein als Antwort. Dann steht er da, presst seine Lippen fest aneinander und schaut mich trotzig an. Im Grunde war es das auch schon mit der Mundhygiene. An guten Tagen macht er den Mund ein bisschen auf und wenn ich schnell genug bin, schaffe ich es immerhin die Zahnbürste in seinen Mund hineinzubekommen. Genauso schnell ist sie aber auch schon wieder draußen.

Mit meiner Tochter habe ich diese Probleme (noch?) nicht. Sie ist mit ihren 1 ½ Jahren noch von allem begeistert. Sobald sie ihre Zahnbürste sieht versetzt sie das in eine freudige Erwartung, sie streckt die Hände aus und verlangt nach „Didizi!“ Und während ich versuche ihre paar kleinen Zähne zu putzen erkläre ich meinem Sohn die Wichtigkeit einer gründlichen Zahnhygiene. Genauso gut könnte ich versuchen einem Esel das Tanzen beizubringen. Der ist mindestens genauso stur wie mein Sohn und würde mich auch nur trotzig anschauen. Am Anfang war das Zähneputzen ein einziger Machtkampf, der immer in einem Heulkonzert und Tobsuchtsanfällen geendet hat. Meinen Nerven, und denen meiner Nachbarn zu liebe, bin ich auf eine andere Methode umgestiegen. Reden, reden, reden. Ich erkläre den beiden alles, in der Hoffnung zu ihnen durchdringen zu können. Aber natürlich kommt immer alles anders:

Blog_01
Ich war gerade dabei meine Wäsche aufzuhängen als meine beiden Kinder angerannt kamen. „Schau mal Mami, schau mal!“ sagten sie und zogen mich an der Hand zur Toilette. Antonia zeigte hinein „Baba Dizizi!“ und winkte die Kloschüssel an und Johannes drückte auf die Spülung. Ich trat einen Schritt näher und sah gerade noch die beiden Zahnbürsten meiner Kinder verschwinden. Oh, war das ein Spass. Für meine Kinder. Ja, was soll ich da noch großartig erklären.

Mehr von mir gibt’s nächste Woche wieder in “Sophie’s Blog”.